"Mitgestalten: Gleiche unter Gleichen"

Bonn, 08.03.2017

Wer sich ehrenamtlich engagiert, möchte auch, dass seine Stimme Gehör findet. Deshalb rückt der achte Leitsatz demokratische Teilhabe ins Rampenlicht. Damit die THW-Kräfte diesen Gedanken mit Leben füllen können, zeigt die Mitgestaltungsrichtlinie Wege auf, das THW aktiv mitzugestalten. Ein Programm zur Extremismusprävention garantiert darüber hinaus Meinungsvielfalt.

THW Leitsatz 8
Leitsatz 8: "Wir bekennen uns zur Demokratie und dulden keine Diskriminierung." (Quelle: THW/Adrian Niessen)

„Wir bekennen uns zur Demokratie und dulden keine Diskriminierung.“ Diese Zeilen machen klar, dass Mitbestimmung und Meinungsvielfalt im THW eine wichtige Rolle spielen. Denn im THW engagieren sich Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlicher Herkunft. Viele Wertvorstellungen und Ansichten müssen unter einen Hut gebracht werden.

Dafür sorgen zum einen Mitbestimmungsmöglichkeiten wie die Wahl der Helfersprecherinnen und -sprecher, die die Interessen der Ehrenamtlichen vertreten. Zum anderen ist die Bereitwilligkeit, Menschen in Not zu helfen, eine Frage der Einstellung: „Das Bekenntnis zur Demokratie und die Ablehnung jeglicher Form von Diskriminierung bedeutet für mich, dass wir beim THW bereit sind, jedem zu helfen, der Hilfe benötigt“, erklärt Rebecca Hirsch aus dem THW-Ortsverband Wangen ihr Verständnis des achten Leitsatzes.

Für Rebecca Hirsch macht es keinen Unterschied, für wen sie in den Einsatz ausrückt, denn alle Menschen sind gleichwertig. (Quelle: THW)
Für Rebecca Hirsch macht es keinen Unterschied, für wen sie in den Einsatz ausrückt, denn alle Menschen sind gleichwertig. (Quelle: THW)

Im THW ist bedingungslose Hilfsbereitschaft gefragt – für Rebecca Hirsch ist das selbstverständlich: „Wenn wir ausrücken, helfen wir Menschen. Nicht Frauen oder Männern, Ausländern oder Deutschen, Christen oder Moslems, sondern Allen.“ Diese Grundhaltung gegen Diskriminierung unterstützt das THW mit Lehrgängen zur Extremismusprävention an der THW-Bundesschule. THW-Kräfte lernen dabei, extremistische Entwicklungen im sozialen Umfeld frühzeitig zu erkennen und problematische Situationen zu lösen. Darüber hinaus gibt eine Broschüre zur Extremismusprävention THW-Kräften vom Ortsverband bis zur THW-Leitung hilfreiche Hinweise, um Anzeichen für Extremismus zu identifizieren und dagegen vorzugehen.

Sich zur Demokratie bekennen, bedeutet aber nicht nur, alle Menschen gleich zu behandeln. Es bedeutet auch, die Gemeinschaft, in der man lebt, aktiv mitzugestalten. Welche institutionellen Aufgaben man übernehmen und was man machen kann, wenn man sich als Person ohne offizielles Amt einbringen möchte, regelt seit 2016 die neue Mitgestaltungsrichtlinie.

Durch die Richtlinie ist mit der Helferversammlung inzwischen ein Forum verpflichtend, in dem Führungskräfte die Helferinnen und Helfer regelmäßig auf offiziellem Wege über aktuelle Entscheidungen und Entwicklungen informieren. Die Themen reichen von Anschaffungen über die Jugendarbeit bis hin zum statistischen Vergleich von Helferstärke und Haushaltsmitteln zum allgemeinen Durchschnitt im jeweiligen Landesverband.

Außerdem können die Ehrenamtlichen in diesem Plenum über die weitere Entwicklung des Ortsverbands diskutieren. Die Führungskräfte stehen dabei Rede und Antwort zu allen Themen, die die Basis beschäftigen – egal, ob es um Sauberkeit und Ordnung, Zwischenmenschliches oder Anschaffungen und Dienstzeiten geht.

Mitbestimmung bedeutet ebenfalls, dass es immer Alternativen gibt, zwischen den man wählen kann. Die Richtlinie senkt das Alter, in dem die THW-Kräfte ihre Helfersprecherinnen und Helfersprecher wählen dürfen, auf 14 Jahre. Damit können auch Jugendliche im THW darüber abstimmen, wer ihre Interessen als Helferinnen und Helfer gegenüber den Entscheidungsträgern im Ortsverband vertritt. Diese institutionellen Möglichkeiten vervollständigen die demokratische Grundhaltung, die 80.000 ehrenamtliche THW-Kräfte in den Ortsverbänden an den Tag legen.

Nachdem das THW 2013 seine Leitsätze überarbeitet hat, beschreiben seitdem zehn prägnante Aussagen die Werte-Basis für alle Ehren- und Hauptamtlichen im THW. Die Leitsätze machen deutlich, wofür die Menschen im THW einstehen. An vielen Stellen leben die Menschen im THW diese Leitsätze aktiv und wenden sie in ihrem alltäglichen Handeln an.

Davon profitiert die Gemeinschaft, genauso wie jeder und jede Einzelne. Denn die Leitsätze fördern den Zusammenhalt in und die Identifikation mit der Organisation THW. Mit einer mehrere Maßnahmen umfassenden Kommunikationskampagne werden die Leitsätze in den kommenden Monaten vorgestellt, mit dem Ziel, die Leitsätze inner- und außerhalb des THW noch bekannter zu machen.

Quelle: THW

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