Geldern, 03.06.2014, von Gregor Bieker (THW OGLD, FaBe)

THW Geldern unterstützt Krankenhaus-Evakuierung nach Bombenfund

Auf der Baustelle für den Neubau einer Rettungswache wurden in unmittelbarer Nähe zu zwei Krankenhäusern ein Blindgänger gefunden. Bei der Einrichtung und dem Betrieb eines Behelfskrankenhauses unterstützte auch das THW Geldern die Einsatzleitung mit einer Fachgruppe „Elektroversorgung“.

Bettenlager in der Sporthalle für die evakuierten Patienten des Krankenhauses

Reiner Gilles, stellvertretender Kreisbrandmeister der Feuerwehren im Kreis Kleve und zugleich stellvertretender Wehrführer der Stadt Geldern, informierte am 28.05.2014 telefonisch den THW-Kreisbeauftragten Gregor Bieker über den Verdacht, dass im Boden der Baustelle für eine neue Rettungswache in Geldern zwei Zehn-Zentner-Bomben liegen könnten. Da sich die Gelderland-Klinik und das St.-Clemens-Hospital in unmittelbarer Nähe der Fundstelle befinden, musste in die bei Bombenentschärfungen sonst üblichen Einsatzabläufe eine Evakuierung der Krankenhäuser mit Patiententransporten in umliegende Krankenhäuser und in ein eigens einzurichtendes Behelfskrankenhaus mit geplant und vorbereitet werden. Für diese logistische Herausforderung wurde auch die Unterstützung durch das Technische Hilfswerk (THW) angefordert.

Über Holger Teetz, den Ortsbeauftragten des Ortsverbandes Geldern, erhielt die Fachgruppe „Elek­troversorgung“ den Auftrag, in der als Behelfskrankenhaus vorgesehenen Sporthalle „Am Bollwerk“ ein Stromverteilungsnetz für den Betrieb der medizinischen Geräte aufzubauen und mit ihrer mobilen Netzersatzanlage (NEA 200 kVA) die Stromversorgung für die vorgesehenen Versorgungseinheiten sicherzustellen. In einer ersten Lagebesprechung mit Kampfmittelräumdienst, Stadt Geldern, Polizei, Krankenhaus, Feuerwehr, DRK und THW wurde Gruppenführer Stefan Brixa am 30.05.2014 vor Ort in die Lage eingewiesen.

Nachdem am Nachmittag des 01.06.2014 acht THW-Einsatzkräfte in der Sporthalle alle Leitungen verlegt hatten und die NEA in Stellung gebracht und getestet worden war, musste nun die für den Nachmittag des 02.06.2014 erwarteten Ergebnisse des Kampfmittelräumdienstes abgewartet werden, ob sich der Verdacht eines Bombenfundes bestätigte. Uwe Palmroth, der für Geldern zuständige Leiter des Kampfmittelräumdienstes, bestätigte schließlich den Fund einer Zehn-Zentner-Bombe und kündigte die Entschärfung für den Nachmittag des 03.06.2014 an.

Damit war für die beteiligten Verantwortlichen und die bereit stehenden Hilfsorganisationen der Startschuss gegeben, und so begann am 03.06.2014 auch für sechs THW-Einsatzkräfte der Dienst um 07:00 Uhr. Die restlichen Elektroleitungen wurden verlegt, im Behelfskrankenhaus für alle Fälle noch eine Notbeleuchtung installiert und die NEA in Betrieb genommen. Hier und da aufkommende Anfragen nach weiteren Leitungen und Steckdosen konnten sofort und problemlos abgearbeitet werden. Nachdem kurz vor 14:00 Uhr die letzten der 350 Patienten in das Behelfskrankenhaus transportiert worden waren und mehr als 1000 Bewohner den 500 m-Sicherheitskreis unter Aufsicht von Polizei und Feuerwehr verlassen hatten, begann der Kampfmittelräumdienst mit der Entschärfung der Bombe, die gegen 15:45 Uhr schließlich erfolgreich beendet war.

Nach der Entwarnung begannen der Rettungsdienste und die Sanitätsdienste mit der zügigen Rückverlegung der Patienten in die Krankenhäuser und schon ein Stunde später konnten die THW-Einsatzkräfte mit dem Abbau der Notbeleuchtung und dem Rückbau der ersten Leitungslängen beginnen. Um 18:30 Uhr begann schließlich der vollständige Rückbau aller Leitungen. Nach der Abschaltung der NEA und dem Verlasten der Ausstattung machten sich die THW-Einsatzkräfte mit ihren Einsatzfahrzeugen auf den Rückweg in den Ortsverband und beendeten nach einem sechzehnstündigen Einsatz ihren Dienst im Ortsverband, wobei die Fahrzeuge und Aggregate unterwegs zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft noch betankt wurden.

Dank solider Vorbereitung durch die Leitstelle des Kreises Kleve, hervorragender Teamarbeit in der Technischen Einsatzleitung (TEL) am Rathaus der Stadt Geldern und einer kameradschaftlichen Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen in Bereitstellungsraum und Behelfskrankenhaus konnte dieser Einsatz ohne besondere Vorkommnisse zur Zufriedenheit aller begonnen und zu Ende geführt werden.

Text: GrB (OGLD)

Fotos: StB (OGLD)

Beteiligte Ortsverbände:

OV Geldern

Angefordert durch:

stv. KBM u. stv. StBI der Stadt Geldern, Reiner Gilles, am 28.05.2014 über FaBe/KB

Eingesetzte Gruppe(n):

FGr E

Eingesetzte Kräfte:

8

Aufgaben:

Stromversorgung (Stromverteilungsnetz im Behelfskrankenhaus, Betrieb einer NEA 200 kVA)

Einsatzdauer:

bis 03.06.2014


  • Bettenlager in der Sporthalle für die evakuierten Patienten des Krankenhauses

  • Bettenlager in der Sporthalle für die evakuierten Patienten des Krankenhauses

  • Bettenlager in der Sporthalle für die evakuierten Patienten des Krankenhauses

  • Versorgungslogistik (LogV)

  • Netzersatzanlage (NEA), auch Stromaggregat genannt, für den Fall, dass der Strom ausfällt.

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